Musterbrief - Bitte kopieren

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich schreibe Ihnen heute, um meiner Besorgnis Ausdruck zu verleihen.

Ich bin Fan des Kampfsports Mixed Martial Arts (MMA). Es gibt leider ernstzunehmende politische Initiativen, meinen Sport in Deutschland zu verbieten. Meiner Meinung nach beruhen diese Initiativen zum Großteil auf Vorurteilen, Missverständnissen und gravierenden Informationsdefiziten.

Zum Beispiel:

Ein gängiges Vorurteil lautet, MMA sei gar kein Sport.

Das zeugt von fataler Unkenntnis. MMA ist eine Mischung aus den olympischen Sportarten Boxen, griechisch-römisches Ringen, Freistilringen, Judo und Taekwondo sowie anderen traditionellen Kampfsportarten wie Kickboxen, Karate, Jiu-Jitsu und Thai-Boxen. MMA ist technisch überaus anspruchsvoll und mit hohem Trainingsaufwand verbunden. Es handelt sich um eine Sportart, die athletische Höchstleistungen verlangt.

Viele MMA-Gegner gehen davon aus, bei MMA-Wettkämpfen gebe es keine Regeln.

Das ist falsch. MMA wird nach den "Unified Rules of Mixed Martial Arts" reglementiert. Neben Regeln zu den fünf Gewichtsklassen, den eingeführten Zeitbegrenzungen und der festgelegten Rundenanzahl gibt es strenge Vorschriften zu ärztlichen Untersuchungen, Sicherheitsausrüstung, Drogentests, Teilnahme professioneller Schiedsrichter und Sicherheitsvorkehrungen vor Ort. Hinzu kommen 32 Verbotsregeln, deren Einhaltung durch Ringrichter kontrolliert wird. Die meisten dieser Regeln wurden aus den Regelwerken für olympisches Ringen, Boxen und andere Kampfsportarten abgeleitet. Verboten sind beispielsweise Kopfstöße, Tiefschläge, Schläge auf die Wirbelsäule oder den Hinterkopf sowie Tritte auf den Kopf eines am Boden liegenden Gegners - um nur einige der 32 Regeln zu nennen.

Ebenso verbreitet ist das Vorurteil, MMA-Wettkämpfe seien gefährlicher als das Boxen.

Auch das ist falsch. Wie die wissenschaftlichen Studien der John Hopkins University belegen, ist die Knockoutwahrscheinlichkeit und damit die Gefahr ernsthafter Verletzungen bei MMA-Wettkämpfen sogar geringer als beim Boxen. Anders als beim Boxen, wo die Kämpfer bis zu 15 Runden lang wiederholte Schläge an den Kopf aushalten müssen, dauern MMA-Kämpfe nur drei bis maximal fünf Runden. Dank des umfassenden Regelwerks werden alle wichtigen und empfindlichen Körperteile der MMA-Sportler geschützt. In der "Ultimate Fighting Championship" (UFC), die zu den weltweit größten und führenden MMA-Verbänden zählt, war nach 16 Jahren und nahezu 1000 Wettkämpfen die schwerste Verletzung, zu der es jemals in einem UFC-Wettkampf gekommen ist, ein Armbruch.

Ich fordere Sie daher auf, sich vor jeglicher Entscheidung zu meinem Sport mit allen Aspekten und Tatsachen intensiv auseinanderzusetzen. Insbesondere bitte ich Sie, sich zur näheren Information über dieses Thema mit den führenden MMA-Verbänden in Verbindung zu setzen.

Ich glaube daran, dass wir in einem freien Land und Rechtsstaat leben, in dem Dinge nicht einfach verboten werden, weil sie einem bestimmenden Geschmack nicht entsprechen oder weil grade Wahlkampf ist. Ich glaube daran, dass in einem freien Land und Rechtsstaat Abgeordnete die Pflicht haben, jegliches Verbot einer intensiven Prüfung zu unterziehen, die auf Fakten und nicht auf persönlichem Geschmack beruht. In freien Ländern sollten Eingriffe in Freiheiten verantwortlichem Handeln unterliegen, auch wenn das gerade nicht opportun ist.

Vielleicht sind Sie ja auch ein Sport-Fan und können mein Anliegen nachvollziehen. Ich bitte Sie, von politischen Schritten gegen meinen Sport abzusehen.

Mit freundlichen Grüßen

 


Zurück zu Der schnellste Weg